Snus-Atlas Deutschland 2026

81.105 potenzielle Verkaufsstellen in 10.166 Orten, ausgewertet nach Dichte, Stadt und Nutzer-Meldungen – Stand 16.7.2026.

Snus-Atlas Deutschland 2026: die drei wichtigsten Ergebnisse

Wo könnte es in Deutschland Snus und Nikotinbeutel geben – und wo gibt es sie tatsächlich? Für den Snus-Atlas Deutschland 2026 hat snus-finder.de 81.105 potenzielle Verkaufsstellen in 10.166 Städten und Gemeinden ausgewertet und mit 739 aktiven Nutzer-Meldungen von vor Ort abgeglichen. Drei Befunde stechen heraus:

Die Erklärung für das Paradox liegt in der Rechtslage. Echter Snus, also Oraltabak, darf in der EU seit 1992 nicht verkauft werden; heute regelt das Art. 17 der Tabakproduktrichtlinie 2014/40/EU, in Deutschland umgesetzt in § 11 Tabakerzeugnisgesetz. Tabakfreie Nikotinbeutel wiederum stufen deutsche Behörden und Gerichte als Lebensmittel ein – und Nikotin ist dort kein zugelassener Stoff. Der Verkauf ist damit faktisch ebenfalls unzulässig: Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnte in seiner Stellungnahme 023/2022 vor einer deutlichen Überschreitung der akuten Referenzdosis, das VG Hamburg bestätigte ein Verkaufsverbot (Beschluss 7 E 73/21, ähnlich VG München und VG Lüneburg), und das Bezirksamt Berlin-Neukölln untersagte den Verkauf per Allgemeinverfügung vom 12.12.2024 – ausdrücklich auch im Online- und Versandhandel. Große Tankstellen- und Handelsketten haben Nikotinbeutel ausgelistet; was bleibt, wird in Kiosken teils „unter der Theke“ geführt, und das Sortiment wechselt ständig. Besitz und Konsum sind dagegen nicht verboten. Die Details erklären unsere Artikel Ist Snus legal in Deutschland?, Snus vs. Nikotinbeutel: der Unterschied und Kautabak-Rechtslage in Deutschland.

Pro-Kopf-Rangliste: Kassel ist die Snus-Hauptstadt

Gemessen an der Einwohnerzahl ist Kassel die Snus-Hauptstadt Deutschlands: 135,3 potenzielle Verkaufsstellen je 100.000 Einwohner – der höchste Wert der Pro-Kopf-Rangliste, die Städte ab 200.000 Einwohnern vergleicht. Dahinter folgen Hannover mit 127,5 (695 Läden auf rund 545.000 Einwohner) und Köln mit 126,3 (1.373 Läden auf rund 1.087.000 Einwohner). Auf den Plätzen vier und fünf: Mannheim (121,9) und Aachen (118,7), knapp vor Frankfurt am Main (118,6). Auffällig ist, dass neben den Metropolen vor allem mittelgroße Städte wie Kassel, Mannheim, Aachen, Mainz (110,9) oder Bielefeld (108,9) eine überdurchschnittlich dichte Kiosk- und Tankstellenlandschaft aufweisen. Pro Kopf gerechnet schlägt die nordhessische 200.000-Einwohner-Stadt damit jede deutsche Millionenstadt.

Absolute Rangliste: Berlin mit doppelt so vielen Standorten wie Hamburg

In absoluten Zahlen dominiert erwartungsgemäß Berlin: 3.410 potenzielle Verkaufsstellen sind gut doppelt so viele wie in Hamburg (1.674). Es folgen Köln (1.373), München (1.254) und Frankfurt am Main (917). Dahinter liegen Hannover (695), Düsseldorf (687), Dortmund (658), Essen (639) und Bremen (616) eng beieinander – das Ruhrgebiet stellt mit Dortmund, Essen und Bochum (422) gleich drei Städte in den Top 15. Wie viele Standorte es in einer bestimmten Stadt gibt und was Nutzer dort zuletzt gemeldet haben, zeigt die Städte-Übersicht.

Methodik: OpenStreetMap-Basis plus Ja/Nein-Meldungen

Der Snus-Atlas basiert auf OpenStreetMap-Daten: Erfasst werden Ladentypen, die erfahrungsgemäß als Verkaufsstellen für Nikotinprodukte infrage kommen – darunter 25.314 Supermärkte, 16.338 Tankstellen, 12.548 Kioske, 10.441 Convenience-Stores, 8.749 Getränkemärkte und 1.392 Tabakläden. „Potenziell“ heißt dabei ausdrücklich nicht „verkauft tatsächlich“. Ob ein Laden Snus oder Nikotinbeutel führt, melden Nutzer vor Ort per Ja/Nein-Vote; jede Meldung gilt 90 Tage und verfällt danach automatisch, damit veraltete Angaben das Bild nicht verzerren. Aktuell sind 739 Meldungen aktiv, davon 143 mit „Ja“ – die Bestätigungsquote liegt also bei 19 %. Die meisten Meldungen kommen aus Hamburg (30, davon 15 „Ja“) und München (26, davon 7); auf Platz drei liegt überraschend Kempten (Allgäu) mit 17 Meldungen (davon 1 „Ja“), noch vor Berlin (16, davon 5). Die Einwohnerzahlen für die Pro-Kopf-Berechnung sind circa-Werte nach Destatis.

Daten frei zitierbar

Alle Zahlen des Snus-Atlas Deutschland 2026 dürfen mit der Quellenangabe „snus-finder.de“ frei zitiert werden – in Presse, Blogs, Foren und wissenschaftlichen Arbeiten. Die vollständigen Ranglisten stehen unter Snus-Atlas Deutschland 2026 bereit.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Die Abgabe nikotinhaltiger Produkte an Personen unter 18 Jahren ist verboten (§ 10 JuSchG). Stand: Juli 2026.

Snus-Infrastruktur pro Kopf: Die Top 15

#StadtVerkaufsstellenje 100.000 Einwohner
1Kassel276135,3
2Hannover695127,5
3Köln1.373126,3
4Mannheim384121,9
5Aachen299118,7
6Frankfurt am Main917118,6
7Bochum422115,6
8Dortmund658111
9Mainz244110,9
10Essen639109,4
11Düsseldorf687109,2
12Bielefeld368108,9
13Bremen616108,3
14Wiesbaden306108,1
15Magdeburg252105,4

Einwohnerzahlen: ca.-Werte nach Destatis. Nur Städte ab 200.000 Einwohnern.

Die meisten Verkaufsstellen absolut

#StadtVerkaufsstellen
1Berlin3.410
2Hamburg1.674
3Köln1.373
4München1.254
5Frankfurt am Main917
6Hannover695
7Düsseldorf687
8Dortmund658
9Essen639
10Bremen616
11Stuttgart524
12Leipzig512
13Nürnberg486
14Bochum422
15Dresden415

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Ladentypen im Verzeichnis

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